Was ist Diabetes mellitus?
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein ...
Die Nahrung des Menschen besteht hauptsächlich aus Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten. Die Kohlehydrate werden im Körper zu Zucker (Glucose) abgebaut, dem wesentlichen Energieträger für Gehirn, Muskeln und Organe. Damit der Zucker aber überhaupt in die Zellen der Organe gelangen kann, benötigt er das Hormon Insulin als Türöffner.
Insulin wird in den so genannten Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse gebildet und bei Bedarf ausgeschüttet. Zusätzlich schüttet das Organ noch ein weiteres Hormon aus, das Glukagon. Es ist der Gegenspieler des Insulins und mobilisiert gespeicherte Zuckerreserven.
Bei einem gesunden Menschen ist die Regulation des Zuckerstoffwechsels durch das intakte Zusammenspiel der Hormone Insulin und Glukagon so eingespielt ist, daß der Blutzucker zwar schwankt, aber einen gewissen Rahmen nicht überschreitet. Bei einer Störung der Regulation spricht man vom Diabetes mellitus der Zuckerkrankheit. In diesem Fall kann es zu Über- und Unterzuckerungen kommen.
Die Überzuckerung
Ist zu wenig Insulin vorhanden, kann der Zucker nicht aus dem Blut in die Zelle gelangen, sondern sammelt sich im Blut an. Der Blutzuckerwert steigt aber die Zelle hungert. Mediziner sprechen von einer Hyperglykämie, einer Überzuckerung, wenn der Blutzucker einen Wert von 180 mg/dl (10,1 mmol/l) überschreitet. Gefährlich wird es besonders, wenn die Werte sogar über 250 mg/dl (13,8 mmol/l) liegen.
Das erste Symptom eines hohen Blutzuckerspiegels und damit auch eines neu auftretenden Diabetes ist häufiges Wasserlassen. Ein dauerhaft überhöhter Blutzucker führt zu deutlich gesteigertem Durst, Kopfschmerzen, Übelkeit und allgemeiner Schwäche. Hinzu treten gehäuft Infektionen zum Beispiel der Blase auf. Als Ersatz für den blockierten Energieträger Zucker wird die Fettverbrennung stark gesteigert das Körpergewicht sinkt. Aus der gesteigerten Fettverwertung fallen die so genannten Ketonkörper vermehrt an, die zu einer Übersäuerung des Blutes führen können. Erkennbar ist dies am Acetongeruch in der Atemluft. Bewusstseinsstörungen bis hin zum lebensgefährlichen Zuckerkoma können die bedrohlichen Folgen sein. Eine stationäre Überwachung ist in einem solchen Fall fast immer notwendig, um den Stoffwechsel mit Insulin und ausreichendem Flüssigkeitsersatz wieder zu regulieren.
Die Unterzuckerung
Ist zuviel Insulin vorhanden, wird der Zucker schnell in die Zelle gebracht und verstoffwechselt. Kommt der Körper mit der Bereitstellung von Zucker nicht nach, so sinkt der Blutzucker und die Zelle hungert, weil der Nachschub ausbleibt. Sinkt der Zucker auf Werte unterhalb von 50-60 mg/dl (2,8-3,3 mmol/l) ab wird als Hypoglykämie, also Unterzuckerung bezeichnet. Eine Hypoglykämie kann dadurch verursacht werden, dass zu viel Insulin gespritzt oder zu wenig gegessen wurde oder im Rahmen von sportlicher Aktivität auftreten.
Die Unterzuckerung macht sich durch Muskelschwäche, Müdigkeit, Konzentrations- und Sehstörungen, Heißhungerattacken, Herzklopfen und Kaltschweißigkeit bemerkbar. Schlimmstenfalls drohen Bewusstseinsstörungen bis hin zum Unterzuckerschock, der tödlich enden kann.
Abhilfe schafft die sofortige Zufuhr von Zucker. Dies gelingt am besten durch Traubenzuckerplättchen, Marmelade oder auch süße Getränke wie Apfelsaft, Limonade oder Cola. Aber auch einfache Zuckerwürfel sind sinnvoll. Abzuraten ist dagegen von Schokolade, da deren Fettanteil die Aufnahme des Zuckers in den Körper verlangsamt. Bei einer Unterzuckerung kommt es aber auf ein schnelles Anfluten des Zuckers im Körper an.
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