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Diabetes-Folgen

Wie kommt es zu dazu, wie kann man sich schützen?

Ein schlecht eingestellter Diabetes ohne große Komplikationen tut nicht weh. Und genau das ist gefährlich, denn erhöhte Blutzuckerwerte führen auf Dauer zu erheblichen Veränderungen an den Organen. 90.000 Herzinfarkte, 31.000 Fußamputationen, 8.300 Dialysefälle und 6.000 Erblindungen gehen jährlich auf das Konto der Zuckerkrankheit. Erschreckende Zahlen, die aber nicht Angst schüren, sondern vielmehr motivieren sollen, sich vor diabetischen Folgeerkrankungen zu schützen.


Gefäße

Die Folgen eines dauerhaft erhöhten Blutzuckers zeigen sich vor allem in den Gefäßen. Man unterscheidet zwei Gruppen von Gefäßschäden, so genannten Angiopathien. Die Makroangiopathie, abgeleitet von dem griechischen Wort makros groß spielt sich vor allem in den großen und mittleren Arterien ab. Die Mikroangiopathie, abgeleitet von mikros fürklein, befällt die kleinsten Gefäße, die so genannten Kapillaren. Bei erhöhten Blutzuckerwerten werden bestimmte Blutfette vermehrt "verzuckert" und lagern sich dadurch stärker an den Wänden der Blutgefäße ab. Durch die Ablagerungen verhärten sich die Blutgefäße, sie nehmen an Umfang zu und verlieren die natürliche Elastizität. Im Inneren der Gefäße behindern die Ablagerungen im Laufe der Zeit immer mehr den Blutfluss. Das Risiko für akute Durchblutungsstörungen, einschließlich eines Schlaganfalls, Herzinfarktes oder arteriellen Verschlusskrankheiten in den Beinen nimmt zu.


Augen

Durch den erhöhten Blutzucker kommt es zu Veränderungen an den Wänden der Blutgefäße in der Netzhaut im Auge. Der Beginn der Erkrankung, der so genannten diabetischen Retinopathie, ist gekennzeichnet durch kleine rötliche Punkte auf der Netzhaut. Dies sind Gefäßaussackungen (Mikroaneurysmen) oder punktförmige Blutungen, die zu fettähnlichen Ablagerungen führen. Schreitet die Erkrankung fort, treten Gefäßneubildungen und Blutungen in den Glaskörper auf. Im Endstadium löst sich die Netzhaut vom Auge ab, der Glaskörper ist getrübt. Die Folge: Sehbehinderungen bis hin zur Erblindung.


Niere

Die eigentliche Filterfunktion der Niere erfüllen die so genannten Nierenkörperchen, Knäuel aus haarfeinen Blutgefäßen, deren Wände wie bei einem Netz wirken. Durch dieses feine Netz gelangen kleine Bestandteile wie Salze, Abbauprodukte und Gifte aus dem Blut in den Urin. Größere Blutbestandteile wie etwa Blutkörperchen oder Eiweiße können dieses Netz nicht passieren und bleiben im Blut.

Ist der Blutzucker langfristig erhöht, werden die Gefäße in den Nierenkörperchen geschädigt, es entsteht die so genannte diabetische Nephropathie. Durch Ablagerungen in den Gefäßwänden wird das feine Filternetz immer durchlässiger. Die Maschen des Netzes werden gröber, so dass auch größere Moleküle wie zum Beispiel das Eiweiß Albumin austreten können. Das erste Symptom einer diabetischen Nierenschädigung ist die Ausscheidung von Albumin im Urin. Durch den erhöhten Blutzucker verstopfen auf Dauer die kleinen Gefäße in den Nierenkörperchen. Die Filterfunktion der Nieren lässt immer mehr nach, es kommt zum Nierenversagen.


Nerven

An den Nerven werden winzig kleine Blutgefäße geschädigt, die in der Isolierschicht der Nerven liegen. Diese Schicht wird dann nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt und die Leitfähigkeit der Nerven nimmt ab, genau wie bei einem Stromkabel, dessen Isolierung beschädigt ist. Es entsteht die so genannte diabetische Polyneuropathie.

Sie beginnt meist schleichend in den Füßen und Beinen, seltener auch in Händen und Armen. Die Betroffenen klagen über Brennen, Kribbeln und Taubheitsgefühle bis hin zu einem völligen Verlust des Schmerzempfindens. Zudem wird auch die Temperatur nicht mehr richtig wahrgenommen. Verbrennungen werden häufig erst bemerkt, wenn schon Brandblasen entstanden sind. Die normale Schweißproduktion der Haut lässt nach, zudem kommt es zu einer Mangelversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Folge: Die Haut wird trocken und rissig. In den Rissen sammeln sich Bakterien und Pilze entzündete Wunden sind vorprogrammiert. In vielen Fällen entwickeln sich Geschwüre, die oberflächlich klein aussehen, aber über die Infektion oft bis zu den Sehnen oder Knochen reichen. Dieses so genannte Diabetische Fußsyndrom kann bis zur Amputation fortschreiten.

Folgeschäden von Diabetes sind kein Schicksal! Durch eine optimale Blutzuckereinstellung, regelmäßige Kontrollen und fachgerechte Behandlung kann man die Folgeschäden verhindern oder zumindest deren Fortschreiten verzögern.


Früherkennung durch Vorsorgeuntersuchungen

Folgende Untersuchungen sollten in regelmäßigen Abständen erfolgen:

Bei jedem Arztbesuch:

  • Blutzuckermessung
  • Blutdruckmessung
  • Gewichtskontrolle

Zusätzlich einmal vierteljährlich:

  • Bestimmung des HbA1c-Wertes
  • Bestimmung des Mikroalbumins im Urin
  • Körperliche Untersuchung mit Fußvisite und Kontrolle der Fußpulse


Zusätzlich einmal jährlich:

  • Bestimmung der Blutfette (Cholesterin (HDL-/LDL-), Triglyceride),
  • Bestimmung der Nierenwerte (Kreatinin, Urinzucker, Mikroalbumin-Test)
  • Befund der augenärztlichen Untersuchung
  • Untersuchung der Füße mit Stimmgabel-Test
  • Kontrolle der Spritzstellen
  • ggf. weitere Untersuchungen wie EKG, Ultraschall, etc.

Das Informationsangebot auf dieser Seite dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die hier zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss.

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