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Zecken, Gefahr im Unterholz

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Zecken - Gefahr aus dem Unterholz

Eigentlich sind Zecken recht genügsam: Nur etwa drei Mahlzeiten nehmen sie in ihrem Leben zu sich. In Sekundenbruchteilen saugt sie sich mit speziellen Greifarmen fest und beginnt das Blut ihres Opfers aufzusaugen. Dabei schwillt die Zecke in kürzester Zeit auf das Zweihundertfache ihres Gewichtes an. Und mit der Dauer ihrer Blutmahlzeit steigt auch die Gefahr für das Opfer.

Die häufigste Erkrankung: Die Zecken-Borreliose

Die häufigste, weltweit von Zecken übertragene Krankheit ist die Borreliose. In Deutschland gibt es pro Jahr etwa 100.000 Neuerkrankungen. Hervorgerufen wird sie durch Borrelien, eine bestimmte Bakterienart. Die Krankheit verläuft in mehreren Stadien:

Zu Beginn tritt eine Rötung rund um den Zeckenbiss auf, die zunehmend größer wird und irgendwann wieder verschwindet. Mediziner sprechen von der so genannten Wander-Röte. Nach einigen Wochen breiten sich die Bakterien in den Blut- und Lymphbahnen aus. Es treten Symptome wie bei einer Sommergrippe auf: Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen. In diesen Phasen kann man die Erkrankung noch gut mit Antibiotika behandeln.

Setzen sich aber die Borrelien im Bindegewebe, den Gelenken oder Nerven fest, kann die Erkrankung chronisch werden. Die Krankheit kann dann immer wieder kommen und über Monate bis Jahre anhalten. Es treten Gelenksentzündungen, Muskelentzündungen, Knochenschmerzen oder sogar Nerven- und Gehirnentzündungen auf.

Je länger die Erkrankung schon andauert, desto schwieriger ist es, sie zu behandeln. Deshalb ist es besonders wichtig, schon beim Auftreten einer Rötung rund um den Zeckenbiss den Arzt aufzusuchen und bei Beschwerden vom Zeckenbiss zu berichten.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Im Gegensatz zur Borreliose wird die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) von Viren übertragen und kommt nur in besonderen Risiko-Gebieten vor. Trotz ihres Namens kommt es nicht nur im Frühsommer zu FSME-Infektionen.

Zeckenstiche sind den ganzen Sommer über und bis in den Herbst gefährlich. Etwa zwei Wochen nach dem Zeckenbiss kommt es zunächst zu grippeartigen Symptomen. Kurze Zeit darauf können bei jedem zehnten Patienten Nervenentzündungen oder Lähmungen auftreten, die Erkrankung greift auf das Gehirn und die Hirnhäute über. Bei etwa zehn Prozent der Patienten bleiben Schäden zurück, ein bis zwei Prozent sterben.

FSME-Schutzimpfung

Im Gegensatz zur Borreliose gibt es keine Therapie gegen die FSME. Dafür steht jedoch eine Impfung zur Verfügung, die von Experten aber nur empfohlen wird, wenn man in einem Hochrisikogebiet lebt oder sich dort vorübergehend aufhält.

Für Menschen, die in den Risikogebieten leben, übernimmt die Central Krankenversicherung bei Vollkostenversicherten auch die Kosten für die Impfung.

Fast der gesamte Süden Deutschlands gilt als Risikogebiet für FSME. Einen Überblick über die Risikogebiete finden Sie auf den Seiten des Robert Koch Instituts.

Wirksamer Schutz vor Zecken

Da Zecken klein und auch auf der bloßen Haut kaum zu spüren sind, gibt es keinen hundertprozentigen Schutz. Mit einigen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Risiko jedoch reduzieren. Der beste Schutz ist natürlich, jene Orte zu meiden, an denen sich die Tiere aufhalten, also Büsche, hohes Gras und Unterholz.

Langärmlige Hemden, lange Hosen, die in die Socken gesteckt werden, und geschlossene Schuhe, verringern die Gefahr, da die Tiere die bloße Haut suchen. Auf Insektenschutzmittel kann man sich nicht hundertprozentig verlassen. Nach einem Aufenthalt in einem Gebiet mit Zecken muss der Körper gründlich abgesucht und die Zecken entfernt werden.

Die drei häufigsten Irrtümer über Zecken:

Fallen Zecken von Bäumen?
Zecken fallen nicht von Bäumen. Sie sitzen in Gräsern und Büschen, wo sie darauf warten, dass ein Tier oder Mensch sie abstreift.

Soll man die Zecke vor dem Entfernen mit Öl oder Klebstoff ersticken?
Die Tiere erbrechen im Todeskampf ihren Darminhalt und damit die Erreger in die Wunde. Wenn bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Infektion stattgefunden hat, dann hat man sie nun vielleicht selbst herbeigeführt.

Soll man Zecken herausdrehen?
Zecken haben kein Gewinde in ihrem Beißwerkzeug, wie viele Menschen denken. Statt sie heraus zu drehen, sollte man sie mit einer Pinzette so nah wie möglich an der Haut fassen, nach hinten ziehen und darauf achten, die Zecke dabei nicht auszuquetschen.

Das Informationsangebot auf dieser Seite dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die hier zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss.

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