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TIA
Schlagartige Taubheitsgefühle in Armen oder Beinen, unvermittelte Seh- oder Sprachstörungen, die plötzliche Unfähigkeit zu lesen, zu rechnen oder zu schreiben: Bei einer Durchblutungsstörung im Kopf fallen plötzlich bestimmte Funktionen des Gehirns aus. Wenn sich die Funktionsausfälle in kurzer Zeit komplett zurückbilden, verharmlosen Betroffene diese Alarmsignale oft. Dabei haben Menschen nach einem solchen scheinbar folgenlosen Schlaganfall ein sechsfach höheres Risiko, einen vollständigen Schlaganfall zu erleiden.
Eine so genannte TIA oder ein so genannter PRIND sind Durchblutungsstörungen im Gehirn, die im Unterschied zu einem vollständigen Schlaganfall nur zu kurzzeitigen Funktionsausfällen führen: Besteht die Mangeldurchblutung nur vorübergehend und bildet sie sich innerhalb von 24 Stunden zurück, spricht man von einer TIA (transitorische ischämische Attacke). Bestehen die Symptome länger als 24 Stunden, liegt ein PRIND (Prolongiertes reversibles ischämisches neurologisches Defizit) vor. Auch bei einem PRIND bilden sich die Symptome innerhalb von drei Wochen komplett zurück. Wenn sie länger oder dauerhaft anhalten, spricht man von einem vollendeten Schlaganfall. Meist ist es dann bereits zu einer nicht mehr zu behebenden Schädigung des Hirngewebes gekommen.
Ursachen erkennen
Eine TIA tritt auf, wenn ein kleines Blutgerinnsel (Mikroembolie) ein Blutgefäß blockiert. Hauptsächlich entstehen diese Gerinnsel in großen Arterien und an Herzklappen oder im Rahmen unregelmäßiger Herztätigkeit im Herzen, so zum Beispiel beim so genannten Vorhofflimmern, wo der Herzschlag extrem unregelmäßig ist. Dabei können sich im Herzen Blutgerinnsel bilden, die dann mit dem Blutstrom in das Gehirn gelangen und dort zu einer Thromboembolie führen. Die Folge: Die Hirnareale werden nicht mehr richtig durchblutet, ihre Funktion wird eingeschränkt. Der unregelmäßige Herzschlag beim Vorhofflimmern ist meist nicht direkt spürbar und dadurch besonders gefährlich.
Eine weitere Ursache für eine TIA kann eine Arterienverkalkung (Arteriosklerose) sein. Durch sie entstehen so genannte Mikroinfarkte, das heißt kleine Durchblutungsstörungen. Anders als bei einem Schlaganfall können die ausgefallenen Hirnfunktionen aber durch andere Hirnareale kompensiert werden.
Durch die Gabe von Medikamenten, die die Blutgerinnung und damit auch die Thrombenbildung hemmen, kann das TIA-Risiko um bis zu 70% reduziert werden. Zudem kann eine TIA auch durch mechanische Einknickungen von Blutgefäßen während einer Kopfdrehung ausgelöst werden.
Vorboten des kompletten Schlaganfalls
Bei einer TIA löst sich das Gerinnsel, das die Durchblutung behindert, schnell wieder auf, die Symptome bilden sich vollständig zurück. In diesem Moment scheint die Gefahr gebannt, allerdings sollte man nicht vergessen, dass eine TIA oder ein PRIND die Vorboten eines kompletten Schlaganfalls sein können: Mehr als ein Drittel der Patienten mit einer TIA erleiden innerhalb von sieben Jahren einen Schlaganfall mit dauerhaften oder sehr langfristigen Funktionsausfällen.
Nach einer TIA oder einem PRIND werden so genannte Plättchenaggregationshemmer verschrieben. Sie behindern die Arbeit der Blutplättchen, die das Blut verklumpen lassen. So kann kein weiteres Gerinnsel entstehen. Daneben ist es besonders wichtig, Risikofaktoren, die die Entstehung eines Schlaganfalls begünstigen, zu behandeln:
Der Blutdruck und die Blutfettwerte wie zum Beispiel das Cholesterin lassen sich gut durch Medikamente senken. Liegt ein Diabetes mellitus vor, sollte er ebenfalls gut eingestellt werden. Raucher sollten ihr Laster unbedingt aufgeben, denn Rauchen führt zu Gefäßverengungen und erhöht so das Schlaganfallrisiko. Wichtig ist auch, dass Sie sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten regelmäßig bewegen. Wer zusätzlich noch sein Gewicht reduziert, tut nicht nur seinen Gefäßen etwas Gutes, auch Fettstoffwechsel, Blutdruck und der Diabetes lassen sich dann besser einstellen.
Das Leben neu beginnen!
TIA und PRIND sind beunruhigende Ereignisse. Dennoch haben Sie Glück gehabt, die Durchblutungsstörung hat keine bleibenden Schäden hinterlassen. Nun alle Empfehlungen umzusetzen, um einen kompletten Schlaganfall zu verhindern, erscheint anfangs sicherlich fast unmöglich. Doch auch ein langer Weg beginnt mit einem ersten Schritt!
Alle Informationen zum Thema TIA können Sie auch hier (141 KB) als PDF-Dokument ansehen und herunterladen.
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