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Mittelohrentzündung

Herbstgewitter zerren an den Laubbäumen, Stürme fegen über das Land. Die perfekte Zeit für ausgedehnte Spaziergänge oder um Drachen steigen zu lassen. Doch Vorsicht: Wer leichtsinnig ohne Mütze und Schal im Wind unterwegs ist, riskiert eine Mittelohrentzündung. Besonders Kinder sind gefährdet.

Das Mittelohr liegt in der so genannten Paukenhöhle, einer kleinen Höhle im Schädelknochen. Im Mittelohr befinden sich die drei winzig kleinen Gehörknöchelchen, die den Schall aus dem Gehörgang über das Trommelfell auf das Innenohr übertragen. Zudem befindet sich am Mittelohr die so genannte Ohrtrompete die zum hinteren Rachenraum führt. Beim Gesunden ist das Mittelohr mit Luft gefüllt. Beim Schlucken öffnet sich die Ohrtrompete kurz und Luft kann aus dem Rachen ins Mittelohr strömen: der Druckausgleich wird so gewährleistet.

Kälte und Wind führen zu Infektionen

Meist entstehen Mittelohrentzündungen im Rahmen eines Infektes der oberen Atemwege. Häufig werden sie durch Bakterien ausgelöst. Auch eine Verkühlung als Folge von Wind, Kälte oder Durchnässung kann Mitverursacher sein. Durch eine Infektion der oberen Luftwege gelangen die Bakterien über die Ohrtrompete zum Mittelohr und sorgen dort für eine Entzündung. Der eigentlich luftgefüllte Raum hinter dem Trommelfell füllt sich mit Flüssigkeit. Der Gang zum Rachenraum schwillt ebenfalls an und immer mehr Flüssigkeit sammelt sich im Mittelohr. Wird diese Flüssigkeit dann auch noch durch Bakterien infiziert, entsteht Eiter.

Die Folge: heftig pochende Ohrenschmerzen, Schwerhörigkeit und häufig auch Fieber. Das Trommelfell ist gerötet und vorgewölbt. In manchen Fällen kann es sogar reißen. Die Schmerzen lassen danach schlagartig nach, da sich der Eiter einen Weg nach außen bahnt und es kommt zu Ausfluss aus dem Ohr. Das Trommelfell heilt in der Regel nach kurzer Zeit wieder ab, so dass nicht mit einer dauerhaften Beeinträchtigung des Gehörs zu rechnen ist.

Meist keine spezifische Therapie notwendig

Eine Mittelohrentzündung heilt meist von allein und folgenlos aus bei Kindern genauso wie bei Erwachsenen. Durch die Gabe von Antibiotika kann man weder die Krankheitsdauer noch die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen wesentlich beeinflussen. Daher werden sie zur Behandlung der Mittelohrentzündung nur sehr zurückhaltend verschrieben. In Mittelpunkt der Therapie stehen die Schmerzbekämpfung und die Fiebersenkung. Meist wird hierfür Paracetamol angewandt. Zudem sollen abschwellende Nasentropfen die Belüftung des Mittelohres durch die Ohrtrompete unterstützen. Manipulationen am Ohr sollte man vermeiden. Ohrtropfen sind meist sinnlos, da diese bei intaktem Trommelfell gar nicht bis ins Mittelohr vordringen.

Besondere Gefahr für Kinder

Setz dir eine Mütze auf! empfiehlt die Großmutter wenn die Enkel zum Drachensteigen auf die Wiese laufen. Nicht ohne Grund: Da bei Kindern die Ohrtrompete viel kürzer ist als bei Erwachsenen und damit der Rachenraum viel näher am Mittelohr liegt, haben sie besonders häufig Mittelohrentzündungen. Zusätzlich sorgt oft der natürliche Zahndurchbruch für Schwellungen im Rachenraum. Treten die Entzündungen extrem häufig auf, kann ein kleines Röhrchen aus Gold, das so genannte Paukenröhrchen, durch das Trommelfell in den Gehörgang gelegt werden, durch das dann gegebenenfalls das Wundsekret schneller abfließen und damit die Heilung unterstützt werden kann. Noch besser als eine solche Operation ist aber die Vorbeugung. Daher ist es umso wichtiger im Herbstwind die Ohren vor Kälte und Zugluft schützen.

Das Informationsangebot auf dieser Seite dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die hier zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss.

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