Weitere Artikel: Impfungen
Impfstoff-Verabreichungsformen
Allgemeines
Bei Impfungen kommen verschiedene Impfstoff-Verabreichungsformen zum Einsatz. Die häufigste Verabreichungsform ist die Injektion : Hierbei gelangt der Impfstoff per Spritze in die Haut (intradermal), unter die Haut (subkutan) oder in den Muskel (intramuskulär).
Die intramuskuläre Injektion findet bei den meisten heute verwendeten Impfstoffen Anwendung. Diese Verabreichungsform steht jedoch im Widerspruch zu der Tatsache, dass die unmittelbar für den Aufbau einer Immunantwort verantwortlichen Zellen in höchster Konzentration in der Oberhaut (Epidermis) vorliegen. Außerdem entsprechen Injektionen in der Regel nicht dem normalen Eintrittsweg des Erregers in den Körper. Impfungen durch in den Muskel gespritzte Impfstoffe lösen demnach nicht die wirksamste Immunantwort aus.
Viele Krankheitserreger dringen über die Schleimhautoberfläche in den Körper ein, zum Beispiel über die Atemwege oder den Darm. Daher stellt die Schluckimpfung eine weitere Möglichkeit dar, einen Impfstoff zu verabreichen. Bei dieser Impfstoff-Verabreichungsform nimmt der Körper den Impfstoff über den Magen-Darm-Trakt auf.
Zu den Erregern, die über die Schleimhautoberfläche in den Körper eindringen, gehört zum Beispiel der Erreger der Kinderlähmung (Polio). Die Polio-Schutzimpfung kann durch zwei Impfmethoden erfolgen die Schluckimpfung nach Sabin und die Injektionsimpfung nach Salk:
- Bei der zum Vorbeugen von Polio eingesetzten Schluckimpfung kommt ein abgeschwächter Lebendimpfstoff zum Einsatz. Diese Darreichungsform hat den Vorteil, dass sie sehr einfach ist und bei den zu impfenden Personen besonders bei Kindern auf große Akzeptanz stößt. Außerdem ist zur Verabreichung kein ausgebildetes Personal nötig. Ein schwerwiegender Nachteil ist jedoch, dass bei 1 von 4,5 Millionen Impfungen eine Impfpoliomyelitis (Lähmungsfall) auftritt.
- Die Impfung per Injektion erfolgt mit einem Totimpfstoff . Der Impfstoff ist sehr sicher; es kommt zu keinen Nebenwirkungen beziehungsweise Krankheitsfällen. Seit Januar 1998 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Polio-Impfung nur noch per Injektion.
Eine neue Entwicklung bei den Impfstoff-Verabreichungsformen ist die Spray-Impfung . Hierbei verabreicht man den Impfstoff über die Atemwege. Bei der Impfung gegen Masern könnte in Zukunft das Spray die Spritze ersetzen, da der eingeatmete Masern-Impfstoff besser wirkt als der per Nadel verabreichte Impfstoff. Außerdem ist die Spray-Impfung eine schnelle und schonende Methode, bei der die Infektionsrisiken durch verunreinigte Nadeln wegfällt.
Eine weitere Entwicklung sind pflanzliche Impfstoffe aus gentechnisch veränderten Pflanzen wie beispielsweise ein Cholera-Impfstoff aus Bananen . Hierbei sollen die Bananen direkt einen Impfstoff gegen Cholera bilden. Der Vorteil dieses Impfstoffs bestünde in seiner einfachen Verabreichungsform: Er würde einfach durch den Verzehr der Banane in den Organismus aufgenommen. Außerdem hätte der Impfstoff in Form der Bananenschale eine natürliche und umweltfreundliche Verpackung.
© www.onmeda.de - Das Gesundheitsportal - Das Informationsangebot auf dieser Seite dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die hier zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss.
