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Schmerzgrenzen bei Frau und Mann
Die häufigsten Schmerzarten & wie sie bei Männern und Frauen wirken
Auf den nachfolgenden Seiten finden Sie einen Überblick über die häufigsten Schmerzarten, deren Ausprägung bei Männern und Frauen sowie die Symptome und Tipps zur Selbstvorsorge. Im beigefügten Download (62 KB) finden Sie alle Informationen im Überblick.
Generell sind Frauen bei den meisten Schmerzsyndromen deutlich überrepräsentiert. Sie haben nicht nur ein höheres Schmerzempfinden, das sich in der Schwangerschaft noch einmal erhöht, sondern sie leiden auch häufiger unter chronischen Schmerzen. Obwohl 80 % der Schmerzmedikamente von Frauen eingenommen werden, sind sie in Teststudien gegenüber Männern noch immer unterrepräsentiert, mahnen Wissenschaftler an.
Verantwortlich für die niedrigere Schmerzschwelle von Frauen sind:
- Evolutionsbiologische Faktoren: Frauen sind in evolutionsbiologischer Hin-sicht für den Schutz und die Versorgung des Nachwuchses zuständig. Die Für-sorge der Frau für ihre Kinder geht einher mit einer höheren Sensibilität für die Warnsignale des eigenen Körpers.
- Soziale Faktoren: Die unterschiedlichen Geschlechterrollen beeinflussen nach wie vor die Art, Schmerzen zu äußern. Bereits im Kindesalter wird von Jungen erwartet, dass sie ihre Schmerzen kontrollieren – eine Haltung, die sie dann auch als Erwachsene beibehalten.
- Biologische Faktoren: Das weibliche Geschlecht ist im wahrsten Sinne des Wortes dünnhäutiger als das männliche. Dadurch erreichen Schmerzreize leichter die körpereigenen Rezeptoren und werden stärker wahrgenommen. Zudem funktionieren schmerzhemmende Mechanismen bei Männern deutlich effizienter als bei Frauen.
- Hormonelle Faktoren: Das männliche Geschlechtshormon Testosteron dämpft die Wirkung von Schmerzreizen. Das wichtigste weibliche Sexualhormon, Östrogen, hingegen steigert das Schmerzempfinden sogar.
- Genetische Faktoren: Verschiedene, im menschlichen Genom kodierte Proteine scheinen ebenfalls dazu beizutragen, dass Frauen schmerzempfindlicher sind als Männer.
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