Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung bedeutet, dass sich die jeweilige Person zwingend in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern muss.

Sie entsteht nach § 5 SGB V insbesondere in den folgenden Situationen:

  • Arbeiter, Angestellte und Beschäftigte mit einem Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze
    (2018: 59.400 Euro; für Arbeitnehmer, die bereits am 31. Dezember 2002 ein Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze hatten und privat versichert waren, gilt die Grenze von 53.100 Euro im Jahr 2018)
  • Erhalt von Arbeitslosengeld I oder Unterhaltsgeld
  • Aufnahme eines Studiums.

Personen ab 55 Jahren, die in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich versichert waren, werden in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr versicherungspflichtig und bleiben somit privat versichert. Diese Personen müssen dabei mindestens die Hälfte dieser Zeit versicherungsfrei, von der Versicherungspflicht befreit oder nach § 5 Abs.5 SGB V nicht versicherungspflichtig gewesen sein.
(§ 6 Abs.3a SGB V)

Sie müssen von der privaten Krankenversicherung (PKV) in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) wechseln, wenn Sie dort versicherungspflichtig werden.

Bitte beachten Sie, dass Sie in diesem Fall gegenüber der Central ein Sonderkündigungsrecht innerhalb von drei Monaten ab Beginn der Versicherungspflicht wahrnehmen müssen, wenn Sie Ihren Vertrag rückwirkend zum Beginn der Versicherungspflicht in der GKV beenden möchten.

Nach § 8 SGB V können Sie sich als Privatversicherter in bestimmten Situationen von der Versicherungspflicht befreien lassen:

  • Änderung der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) zu Beginn des Kalenderjahres.
  • Sie beziehen Arbeitslosen- oder Unterhaltsgeld. Voraussetzung: Sie waren in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich krankenversichert.
  • Sie sind in Elternzeit und arbeiten höchstens 30 Stunden in der Woche.
  • Während einer Pflegezeit oder Familienpflegezeit setzen Sie Ihre regelmäßige Arbeitszeit herab.
  • Sie setzen Ihre Arbeitszeit auf die Hälfte (oder weniger als die Hälfte) der Arbeitszeit vergleichbarer Vollbeschäftigter herab. Voraussetzung: Aufgrund Ihres Einkommens sind Sie seit mindestens fünf Jahren versicherungsfrei.
  • Wegen der Aufnahme eines Studiums oder durch ein im Studium vorgeschriebenes Praktikum werden Sie versicherungspflichtig.
  • Zur Teilhabe am Arbeitsleben nehmen Sie an Leistungen teil.
  • Aufgrund Ihrer Behinderung sind Sie in einer Einrichtung für behinderte Menschen tätig.
  • Damit Sie weiterhin privat versichert bleiben, muss innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht ein Befreiungsantrag bei einer gesetzlichen Krankenversicherung gestellt werden.

Die Befreiung kann nicht widerrufen werden. Dies gilt solange wie der die Versicherungspflicht auslösende Grund, der zur Befreiung geführt hat, noch andauert. Die Befreiung wird nur wirksam, wenn das Mitglied das Bestehen eines anderweitigen Anspruchs auf Absicherung im Krankheitsfall nachweist. (§ 8 Abs.2 S.4 SGB V)

Ist eine Befreiung nicht möglich, müssen Sie Ihre Vorteile der privaten Krankenversicherung nicht verlieren:

  • Sichern Sie Teile Ihrer angesparten Alterungsrückstellungen und die Möglichkeit, Ihre Vollversicherung zu den aktuellen Bedingungen und ohne erneute Gesundheitsprüfung wieder aufnehmen zu können. Entscheiden Sie sich für eine Anwartschaftsversicherung.
  • Erhalten Sie sich den hochwertigen Krankenversicherungsschutz mit einer Zusatzversicherung.

In der Regel besteht diese Möglichkeit. Dabei ist zu beachten, dass für beide Versicherungen ein Beitrag zu entrichten ist, Leistungen jedoch jeweils aus einer Versicherung bezogen werden können. Jedes Mal, wenn Sie eine Behandlung im Krankenhaus, durch einen Arzt usw. in Anspruch nehmen, müssen Sie entscheiden, ob Sie als gesetzlich Versicherter oder als privat Versicherter behandelt werden wollen. Dabei müssen Sie Ihre gesetzliche Krankenkassenkarte vorlegen oder Sie erhalten eine Rechnung, die Sie bei Ihrer privaten Krankenversicherung einreichen müssen.

Hinweis: Sollten Sie versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung werden, informieren Sie uns bitte umgehend darüber, auch wenn Sie weiterhin privat krankenversichert bleiben und Ihre private Krankenversicherung nicht kündigen wollen.