Die Central hat mehr als 41 Millionen Google-Suchanfragen der Deutschen zu insgesamt 50 Krankheiten und Diagnosen über zwölf Kalendermonate (11/2013-10/2014) ausgewertet.

Die 50 Krankheiten setzen sich wie folgt zusammen: Aus den 35 Krankheiten, die bei Allgemein- und Fachärzten am häufigsten diagnostiziert wurden, und aus 15 Krankheiten, für die Betroffene in der Regel nicht sofort zum Arzt gehen, wie zum Beispiel Magersucht oder Haarausfall. Diese so genannten Tabukrankheiten wurden durch ein Ärzteteam der Central identifiziert.

In der Rangfolge aller 50 gesuchten Krankheiten ist die Schilddrüsenvergrößerung mit durchschnittlich 294.000 Suchen pro Monat die von den Deutschen am häufigsten gesuchte Krankheit im Internet. Auf Rang zwei und drei folgen die Volkskrankheiten Diabetes mit 140.220 Suchen pro Monat und Hämorrhoiden mit 127.400 Suchen pro Monat.

Warum ausgerechnet die Schilddrüsenvergrößerung Spitzenreiter des Rankings ist und mehr als doppelt so häufig wie die Volkskrankheit Diabetes im Internet gesucht wird, erklärt Dr. Markus Homann, Leiter des Gesundheitsmanagements der Central: "Die Ursachen der Schilddrüsenerkrankung sind ebenso vielfältig wie die Therapieansätze. Damit sind hier auch die Verunsicherung und das Informationsbedürfnis bei den Patienten sehr hoch." Auch die besonders hohe Relevanz von psychischen Erkrankungen und Tabukrankheiten macht laut Homann deutlich, wie wichtig es ist, Betroffene und Angehörige mit guten medizinischen Internetinhalten zu unterstützen und sie außerdem zum Arztbesuch zu motivieren.

Die Hamburger sind die aktivsten Gesundheitssurfer

Zusätzlich hat die Central die Daten für jedes Bundesland ausgewertet und die Anzahl der Suchanfragen auf die Einwohnerzahl umgerechnet. Die Ergebnisse im Überblick, jeweils bezogen auf die Altersgruppe von 14 bis 75 Jahren: Hamburger, Bremer und Berliner googeln mit durchschnittlich 1,0 bis 1,2 Suchen pro Einwohner im Jahr bundesweit am häufigsten nach Krankheiten. Am wenigsten verbreitet ist das Googeln nach Krankheiten in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Im Schnitt sind es in den ostdeutschen Bundesländern gemäß der Studie gerade einmal 0,3 bis 0,4 Krankheitssuchen pro Einwohner im Jahr. Zur Grafik "Häufigste Krankheiten je Bundesland"

Während die Top-10-Krankheiten in nahezu allen Bundesländern ähnlich häufig gesucht werden, ergeben sich auf den nachfolgenden Rängen erhebliche Unterschiede. So verzeichnen etwa Brandenburg und Berlin, im Vergleich zum Bundesdurchschnitt, ein überdurchschnittliches Krankheitssuchvolumen für Brustkrebs.

In Hamburg und Bremen wird nicht nur generell am häufigsten nach Krankheiten im Netz recherchiert; Bewohner der beiden Stadtstaaten suchen auch überdurchschnittlich oft nach psychosomatischen Erkrankungen.

Hamburg und Berlin verzeichnen außerdem, im Vergleich zum Bundesdurchschnitt, die meisten Google-Suchen für Akne. Berliner dagegen informieren sich überdurchschnittlich oft über HIV im Internet. Bei welchen Krankheiten in den einzelnen Bundesländern ein höheres Suchvolumen generiert wird, zeigt links abgebildete Übersicht.